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DAS MARIEN-KRANKENHAUS MUSS BLEIBEN!

Pressemitteilung der Belegärztinnen und Belegärzte des Lübecker Marien-Krankenhauses

Die am 12.01.2023 durch Geschäftsführer Volker Krüger überraschend bekannt gewordenen
Pläne, das Lübecker Marien-Krankenhaus in der Innenstadt zum 01.07.2023 zu schließen und
sämtliche Angestellte, Belegärzte und Patienten auf das Gelände des UKSH zu verpflanzen,
stoßen in der Gemeinschaft der Belegärzte auf absolute Kritik und Ablehnung.
Am MKH Lübeck sind rund 40 Belegärzte aus insgesamt 7 Fachrichtungen tätig. In den insgesamt
5 OP-Sälen werden pro Jahr über 6.000 operative Eingriffe durchgeführt, davon über 500
ambulante Eingriffe bei Kindern. Hinzu kommen 1.300 Geburten pro Jahr. Damit trägt das MKH
maßgeblich zur medizinischen Versorgung der Menschen Schleswig-Holsteins bei. Ein Zerfall des
Hauses würde einen spürbaren Schaden für die Bevölkerung anrichten.
"Mit Verkündung der Pläne wurden wir, ebenso wie die Stadt Lübeck, vor vollendete Tatsachen
gestellt. Über den drohenden Verlust des Standortes an der Parade , sowie die Tatsache, hinter
unserem Rücken hanebüchene Zukunftspläne zu schmieden, sind wir fassungslos. Die kühne
Idee, wir stünden dem Umzug und der damit einhergehenden Veränderungen positiv gegenüber,
ist absolut unrealistisch." - so Michael Schneider, Anästhesist und Ärztlicher Direktor des MKH.
Die Praxen der Belegärzte befinden sich zum großen Teil in direkter Nähe des MKH. Das neue
MZM wurde jüngst um einen aufwendige Verbindungsriegel zum Krankenhaus erweitert. "Kurze
Wege, um schnell beim Patienten zu sein, eng verzahnte Strukturen der Fachrichtungen
untereinander, um sich gegenseitig zu unterstützen und eine bestmögliche Versorgung zu
gewährleisten - all das ist mit den Jahren stetig gewachsen und zugeschnitten von uns geplant.
Ein Umzug auf den Campus, weg von den niedergelassenen Standorten, macht im Blick auf
Ergonomie, Erreichbarkeit und rasche Hilfe überhaupt keinen Sinn." - so Dr. Ralf Katzbach,
Sprecher der Belegärzte. "Wir sind fassungslos über so viel Kurzsichtigkeit und so wenig Respekt
uns und den Patienten gegenüber. Es muss andere Wege geben, das MKH am Standort
Innenstadt zu erhalten."
Nach vorliegenden Informationen war die Stadt Lübeck ebenfalls nicht in die Pläne eingeweiht, hat
jedoch nach Erfahren sofort den Dialog in alle Richtungen gesucht. Vom Erzbistum Hamburg ist,
trotz mehrfacher Versuche der Kontaktaufnahme, bislang keine Reaktion erfolgt.
Nach Schließung des jetzige Standortes soll das MKH als weiterhin eigenständiges Unternehmen
in bestehende, ältere Räumlichkeiten des UKSH Lübeck integriert werden. Die Geschäftsführung
des MKH betont, dass das bisherigePersonal weiterhin vom MKH beschäftigt werden soll.
Langfristig sei geplant, mit staatlichen Fördermitteln einen Neubau auf dem Gelände des UKSH
umzusetzen.
Der zeitliche Vorlauf für diese räumliche, strukturelle und medizinische Umstrukturierung beläuft
sich Stand heute von der geplanten Bekanntgabe am 19.01.2023 bis zum finalen Umzugsdatum
auf lediglich 5 Monate. Dies ist ein absolut unrealistisches Konzept. Ein Umzug des Standortes ist
dabei ohne ein gravierendes medizinisches Defizit nicht möglich und kommt faktisch einer
Schließung gleich. Die Mehrheit der Belegärzte wäre gezwungen, ihre Tätigkeit am MKH
einzustellen.
In der Geburtshilfe, ebenso wie in der operativen Versorgung, wäre die Situation dramatisch.
Fraglich ist auch, ob das UKSH diese Kapazitäten überhaupt aufnehmen kann, da derzeit z.B. im
Bereich der Viszeral- und Allgemeinchirurgie im Gegenteil das UKSH Operationen in das MKH
auslagert, um seinen Patienten eine Versorgung zeitnah gewährleisten zu können.
Fazit: Der Plan der Geschäftsführung, das MKH in seiner Eigenständigkeit an anderen
Örtlichkeiten erhalten zu wollen, wird ohne das medizinische Personal nicht möglich sein. Die
kurzfristige Bekanntgabe und Planung erlaubt wenig Zeit für kritische Stimmen, mutmaßlich wurde
die Belegschaft bewusst spät in die Planung eingeweiht.
Michael Schneider: "Wir erwarten einen ergebnisoffenen Prozess zum Erhalt des Standortes. Es
sollten alle potentiellen öffentlichen, medizinischen oder privaten Träger bzw. Investoren
eingeladen werden, um ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept für die Geburtshilfe und die operative
Versorgung, gerade bei Kindern, zu entwickeln. Einer Kooperation mit dem UKSH sind wir
ausdrücklich offen gegenüber eingestellt, aber nicht zulasten des Standortes in der Innenstadt."

Die Belegärztinnen und Belegärzte des Marien-Krankenhauses Lübeck

16.01.2023

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